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Start Testberichte Makro-Ringlicht vs. Ringblitz

Makro-Ringlicht vs. Ringblitz

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Wer sich eingehender mit der Makro-Fotografie beschäftigt gelangt unweigerlich an den Punkt an dem das verfügbare Licht (Available Light) nicht mehr ausreicht um ein gut belichtetes, scharfes Foto zu erhalten.

Wir haben uns 2 Hilfsmittel zur Lösung dieses Problems einmal genauer angesehen - was dabei für unerwartete Erkenntnisse herauskamen?

 

Bei Fotografie von Stillleben kann man sich mit einem Stativ behelfen und die längere Verschlusszeit in Kauf nehmen - hat man es jedoch auf kleine Tiere abgesehen, dann werden die wohl leider nicht dem Fotografen zuliebe eine halbe Sekunde stillhalten. Versucht man nun mit dem eingebauten Blitz eine Aufhellung zu erreichen, mag das bei einer Nahstellgrenze von einem Meter auch noch funktionieren - aber mit einem 1:1-Makro-Objektiv befindet man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit im Schattenkegel des Objektivs.

Dann schlägt die Stunde von Makro-Ringblitzen oder Makro-Ringlichtern - denn diese werden direkt vor das Objektiv geschraubt und versprechen eine perfekte Ausleuchtung der Makro-Szenerie. Doch was ist nun die bessere Alternative? 

Die Testkandidaten

B.I.G. LED Ringlicht - Kit L48

B.I.G. Ringlicht

  • 48 sehr helle "Tageslicht"-LEDs
  • Linke und Rechte Seite einzeln schaltbar
  • Stromversorgung über 2xAA-Batterien oder mitgeliefertes Netzteil (ca. 2,5m Kabel)
  • incl. Filteradapter 49,52, 55, 58, 62 und 67 mm
  • Preis ca.100€

Offensichtliche Vorteile:

  • keine TTL-Steuerung notwendig, daher Kameradmodell-unabhängig
  • man sieht die Szenerie so, wie sie auch abgebildet wird (Schatten, etc.)
  • Manuelles Fokussieren fällt leichter weil mehr Licht vorhanden
  • Autofokus hat mehr Licht - daher höhere Trefferquote
  • Kein Batterieverbrauch im Studio, da Netzteil mitgeliefert

Offensichtliche Nachteile

  • Höherer Batterieverbrauch
  • Weniger Lichtabstrahlung als der Blitz?

Bilora Multi-Blitz / Ringblitz 123-C

 

  • Set mit 2 Blitzgeräten (Ringblitz und normaler, externer Blitz)
  • TTL-Blitzschuh mit Funktionsübertragung
  • automatische E-TTL (2) und i-TTL Belichtungssteuerung mit IGBT Schaltkreis für kurze Blitzfolgen
  • 2 Filteradapter mitgeliefert
  • Preis: ca.115€

Offensichtliche Vorteile:

  • Mehr Lichtabstrahlung als beim Ringlicht?
  • Weniger Batterieverbrauch
  • Flexibilität, weil auch als normaler Aufsteckblitz verwendbar

Offensichtliche Nachteile

  • TTL-fähiger Blitzschuh notwendig
  • Weniger Licht für Autofokus und manuelles Fokussieren
  • Blitz kann Tiere verschrecken

Hands on

Beide Geräte machen einen wertigen Eindruck und scheinen von der Verarbeitung her ihr Geld wert zu sein. Einziges Manko diesbezüglich ist beim Ringlicht zu verbuchen: Das Gehäuse für die Batterien mutet gerade noch ausreichend an - während jedoch die Aufnahme für den Blitzschuh einen zu instabilen Eindruck hinterlässt - hier muss zwar keine Funktion übertragen werden, doch für 100€ hätten wir hier etwas mehr erwartet. Dafür hat das Ringlicht bei der Montage die Nase wieder vorn: Der Ringblitz kann nur direkt auf den für das 52mm-Filtergewinde nicht mitgelieferten Adapterring geschraubt werden. Dass das umständlicher als nötig ist, zeigt das Ringlicht: Der Adapterring wird einzeln auf das Filtergewinde geschraubt und das Licht nachträglich seitlich aufgeschoben. Sehr schön! Einen weiteren Minuspunkt gibt es für beide Produkte, weil der Objektivdeckel bei aufgeschraubten Adapterringen nicht mehr aufs Objektiv passt - Adapterring drauflassen, Objektivdeckel drauf und ab in die Tasche ist also in beiden Fällen Fehlanzeige!

Test

Der Vesuchsaufbau sah folgendermaßen aus:

Um auch die kleinesten Unschärfen aufgrund nichtparraleller Lage des Kamera zum Centstück auszuschließen, wurde ein androides Smartphone genutzt:

Hier ein Centstück  im manuellen Modus:


bei 1/250Sec bei F2,8 und ISO-200 auf Tamron 90mm mit Canon D50
1. Mit Ringblitz
2. Mit vollem Ringlicht
3. Mit halbem Ringlicht von Links
4. Mit halbem Ringlicht von Rechts

 

Weil es aber Praxisgerechter wäre eine Belichtungsautomatik zu verwenden hier mal ein Vergleich im Automatikmodus:


1. Ohne zusätzliches Licht (1/6 - 2,8 - 400)
2. Mit Ringlicht von oben-links (1/1250 - 2,8 - 400)
3. Mit Ringlicht von unten-rechts (1/1000 - 2,8 - 400)
4. Mit vollem Ringlicht (1/2000 - 2,8 - 400)
5. Mit Ringblitz (1/20 - 2,8 - 400)

Fazit:

Ob man nun eher auf etwas wärmere Farben steht oder nicht möge jeder für sich selbst entscheiden. Fest steht, dass der Ringblitz von Bilora im Automatik-Modus wärmere Bilder erzeugt als das Ringlicht. Im Umkehrschluss ist allerdings die Belichtungszeit beim Blitz ziemlich genu 100 Mal länger als beim Ringlicht (1/20sec zu 1/2000). Das ist schon beachtlich – warum das so ist wird ersichtlich, wenn man den Vergleich im manuellen Modus macht (also bei gleichbleibender Blende, Belichtungszeit und ISO-Einstellung). Dann ist nämlich der Cent durch den Blitz sehr viel weniger gut ausgeleuchtet – das Ringlicht liefert also entgegen der ersten Annahmen sehr viel mehr Licht als der Blitz! Das wird sicher nicht nur die Tester überraschen. Eine weitere kreative Möglichkeit ist die einseitige Beleuchtung durch das Ringlicht – ein weiterer Pluspunkt.

Man weiß jetzt zwar nicht, ob Ringlichter im Allgemeinen den Ringblitzen überlegen sind (interessant wäre mal ein Ringblitz-Test in einer höheren Preisklasse) - aber es dürfte wohl bewiesen sein, dass im direkten Vergleich dieser zwei Produkte nichts über das Ringlicht geht.

Hier die Zusammenfassung der Plus- und Minuspunkte:

Ringblitz:

+ Multifunktional, weil auch als normaler Blitz zu gebrauchen
+ Lichtstärke unabhängig von der Batterieladung (wegen Kondensator)
- Weniger Belichtung als mit Ringlicht
- Keine Belichtung während des manuellen Fokussierens
- Umständlich zu montieren
- Adapterring musste dazugekauft werden
- Objektivdeckel passt nicht auf den Adapterring

Ringlicht:

+ Enorme Lichtstärke
+ dadurch extrem kurze Belichtungszeit = weniger Bewegungsunschärfe bei Tieren, etc.
+ oder die Möglichkeit bei gleicher Belichtungszeit eine kleinere Blende zu verwenden = Tiefenunschärfe
+ Beste Lichtverhältnisse auch beim manuellen Fokussieren
+ 3 Modi: Voll, Licht rechts, Licht links
+ Netzteil für Studioarbeit mit langem Kabel
+ einfachere Montage / einfaches Abnehmen des Ringlichts
+ Keine TTL-Ansteuerung erforderlich, da die Belichtung vor dem Auslösen gemessen wird - wie ohne Blitz üblich - Man kann dieses Gerät also mit DSLRs aller Hersteller verwenden
- Verhältnismäßig kaltes Licht
- Objektivdeckel passt nicht auf den Adapterring

 

 

Der Sieger ist also:

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